Grabsteine erzählen III oder: Urlaubsimpressionen

 

Im Urlaub gehe ich ungeheuer gern auf Friedhöfe und schau sie mir an! Was gibt es nicht da alles zu entdecken:
Im mediteranen Raum so überhaupt kein Grün, dafür Stein und Marmor wohin das Auge blickt!

Von grellweiß bis hellgrau schimmert so ein Friedhof unter sengender Sonne kühl und frisch!
In England oft wildromantisch und üppig überwachsen: umgekippte, uralte Grabsteine zeugen von vergangenen Zeiten. Grabpflege, die auf deutschen Friedhöfen traditionell so wichtig ist, scheint es nicht zu geben: dagegen weht mich ein Hauch von Vergänglichkeit an!

Genau deshalb werden manche englischen Friedhöfe ganz und gar der Natur überlassen. Die Natur holt sich alles zurück-
Manche Friedhöfe gleichen einer Stadt: die Nekropolis in Glasgow z. B. oder Ricoletta in Buenos Aires. Das sind nur 2 Beispiele von einer sog.
„Stadt der Toten“ (eben die, die ich kenne).

Vielleicht kennen Sie Vieles mehr aus Ihren Reiseerfahrungen? Es gibt ja sogar Reisen von Friedhof zu Friedhof durch ganz Europa! 2010 wurde „Die Europäische Route der Friedhofskultur“ als Kulturweg des Europarates zertifiziert. Erstmals sind historische Begräbnisplätze als „touristische Attraktionen“ definiert worden!
Aber auch hier gilt: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“! Machen Sie doch mal einen Spaziergang über Ihren örtlichen Friedhof und entdecken Sie z.B. die vielen „musikalischen“ Grabgestaltungen. Da gibt es Violin- und Bassschlüssel, Notenzeilen und Musikinstrumente. Auf dem Öjendorfer Friedhof, auf dem ich oft unterwegs bin, gibt es auch einen „Ghettoblaster“. Ich mag diese Grabsteinsymbolik, besonders ihre theologische Deutung: wir sind alle Teil der großen Schöpfungsmelodie Gottes! Unsere Vielfalt ist seine Symphonie! Jede und jeder von uns ist wichtig und gehört dazu. Jede und Jeder trägt seine eigene Klangfarbe dazu bei. Das wird für mich am schönsten ausgedrückt in einem modernen Tauflied: „Vergiss es nie“. Dort heißt es im Refrain: „Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du. Du bist du das ist der Clou. Ja, du bist Du“

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